OneNote

Vor 3 Jahren dachte ich den perfekten Computer für mich gefunden zu haben. Es gab einen vollwertigen Windows PC mit komplettem Officepaket im 8″ Tablet-Format zu einem Schnäppchenpreis. Ich dachte ich könnte ab diesem Zeitpunkt mit nur einem einzigen Computer auskommen. Was natürlich im nachhinein betrachte schon sehr naiv war. Auch wenn ich immer noch sehr glücklich damit bin, komme ich natürlich bis heute nicht mit nur einer Rechenmaschine aus. Wer tut das schon?! Wie dem auch sei. Dabei war auch ein Programm namens OneNote. Aus Neugier machte ich es damals kurz auf und gab zusätzlich onenote in Google ein. Aha, ein Programm zum Notizen machen. Nun ja, das braucht ja nun kein Mensch. Ich hab ja diverse Texteditoren, Office und natürlich Zettel und Stift und damit komme ich seit über 30 Jahren relativ gut zurecht. Also wieder zugemacht und bis vor vier Wochen war OneNote aus meinem Gedächtnis gelöscht.

Zum August habe ich meinen Arbeitsplatz gewechselt und dort bin ich in meinem Datenzugriff sehr eingeschränkt. Ich darf nichts in den USB-Anschluss stecken und keine eigene Software auf dem PC laufen lassen. Meine sorgsam erdachtes und praxiserprobtes System zur Steigerung meiner Arbeitseffizienz war dahin. In den letzten Jahren hatte ich mir auf einem USB-Stick meine eigene Arbeitsumgebung geschaffen und so meine persönlichen Arbeitsprozesse für mich angepasst und optimiert. Egal vor welchem Computer ich saß, USB-Stick rein und schon sah alles aus wie immer. Die meisten Programme, die ich nutzte waren sogenannte PortableApps, die keinerlei Installation benötigen und in den Fällen, in denen ich auf festinstallierte Programme, wie z.B. Office zurückgreifen musste, habe ich mir mit kleinen Skripten Verknüpfungen geschaffen, die an jedem Rechner an dem ich Platz nahm funktionierten, egal welche Office-Version installiert war.

Also gut, da ich an den aktuellen Einschränkungen nichts ändern kann, musste ich mich mal umschauen, was das System denn so an Werkzeugen für Notizen von Haus aus mitbringt. Der Editor. Immer noch ein ganz nützliches Programm, aber warum hat Microsoft, den nicht wenigstens ein bisschen weiterentwickelt? WordPad. Auch jetzt dieses große Banner oben, da kann ich ja auch gleich Word nehmen. Word. Word finde ich toll, aber es denkt einfach zu viel. Es meint bestimmen zu müssen, wie Absätze aussehen, wo Bilder hinkommen, usw. Es hat so viele verschiedene Ansichten und ist schon sehr darauf ausgelegt Papierseiten zu gestalten. Kurz um, für Briefe, Berichte, usw. super, aber für Notizen eher nicht so meins.

Notizen machen und speichern, so dass ich von überall darauf zugreifen kann, ohne auf ein bestimmtes Format achten zu müssen. Bisher hatte ich das immer mit Texteditoren und Cloudspeicher getan. Einfache Notizen waren halt einfache Textdateien und Themen wurden in einem Ordner gesammelt mit Textdateien, Bildern, PDFs, Tabellen, usw. Textdateien wurden so ein bischen markdownmäßig formatiert. Musste ich ein vorzeigbares Dokument daraus machen lies sich das alles wunderbar schnell in Word importieren. Alles gut. Bis eben jetzt. Aber gut, dass es Programmierer gibt und Leute mit ähnlichen Sorgen. Denn deshalb gibt es jetzt wohl Programme wie OneNote, Evernote, usw.

Die Lösung, die Leute wie mich nicht zwingt schon vor meinen Notizen eine Struktur im Kopf zu haben. Ich kann mit OneNote meine Notizen und Gedankenschnipsel und im Netz gefundene Bilder und Weisheiten, einfach so sammeln und immer wieder neu sortieren, wenn Bedarf besteht. Dabei wurde auch mitgedacht, kopiere ich etwa eine Textstelle oder ein Bild aus dem Internet in OneNote hinein, so wird die URL des Quelldokuments mit eingefügt. Ich weiß also jederzeit wieder, wo ich was her habe. Da OneNote komplett in Office integriert ist, ist das hin- und herschieben von Daten zwischen OneNote, Word, Excel und PowerPoint völlig problemlos. Aus meinen Notizen etwas präsentierfähiges zu machen ist dadurch noch einfacher geworden.

Mal schauen wie weit meine anfängliche Begeisterung noch geht und wo die Grenzen von OneNote sind, aber bisher ist es einfach toll.

OneNote

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